Linzer Schnitten


beerig. nussig. knackig.

 

Als meine begabte Schwester dieses Mal Fotos von der Linzer Torte geschossen hat, da habe ich mitten im Shooting laut ausgerufen: "Lass' das mal mit dem Puderzucker probieren, wenn man sieht wie es auf den Kuchen fällt.". Mit ein paar schnellen Einstellungen an der Kamera kam dann dieses ziemliche schöne Bild zustande!

 

Jetzt genug von dem Fotografie-Talent meiner Schwester :D. Noch nie habe ich eine Linzer Torte gegessen oder auch selbst gebacken und deshalb dachte ich mal, etwas ganz berühmtes und klassiches selbst zu backen. Was ich jedoch schon wusste ist, dass in die Linzer Torte Himbeermarmelade kommt. Wer mich kennt weiß, dass ich kein großer Fan von gekauften Fertigprodukten bin, wenn man das auch ganz schnell und einfach selbst machen kann. Wobei der Geschmack sich um Welten unterscheidet! 

Vielleicht haben sich jetzt manche gefragt: 'Marmelade ein Fertigprodukt'? Ja klar, es ist kein typisches Fertigprodukt wie die Tiefkühl-Lasagne, aber ich würde es doch als Fertigprodukt bezeichnen. Es ist kein reines Produkt mehr, sondern fabriziert aus mehreren Inhaltsstoffen. So etwas kommt bei mir nicht in den Kuchen. Das heißt für mich: ich kann einfach, damit meine ich wirklich einfach :D, und schnell Himbeerpüree in fünf Minuten selbst zubereiten und ein vielfach besseres Ergebnis erzielen.

 


 

Um Marmelade zu vermeiden, worin mehr als die Hälfte Zucker enthalten ist, habe ich ein Himbeerpüree gekocht. Dazu kann man ohne Probleme gefrorene Früchte nutzen, die müssen ja nicht schön aussehen oder besonders frisch sein, da sie püriert und gekocht werden. Also ganz easy. Wenn die Himbeeren püriert werden, einfach etwas Wasser hinzufügen, sonst wird das Püree zu fest, dann kommt noch Zucker und Speisestärke hinzu, es wird gekocht und fertig ist das Ding. Süß-saurer Himbeerpüree mit dem echten unverfälschten Geschmack der Himbeere. Zu süß braucht das Püree sowieso nicht werden, da der uuuuuuuuuuuuuunglaublich leckere Linzer Boden schon süß genug ist.

 

Wieso ich diesen Boden so lecker finde? Ich weiß es auch nicht, aber er hat mich einfach umgehauen und selbst beim Backen der Linzer Schnitten, war der Teig schon unwiderstehlich. Es ist ein Mürbeteig mit Nüssen und ich muss schon sagen dass Nüsse in einem Kuchen oder einer Torte, das Gebäck um einiges besser schmecken lassen. Sich das Rezept diesen Teiges zu merken ist relativ simpel. Butter, Mehl und Nüsse haben die gleiche Mengenangabe, nur Zucker etwas weniger. Dazu kommt ein Ei und Vanillezucker, die Prise Salz nicht vergessen, die immer ein Muss ist, etwas Zimt wenn man möchte und schon ist der wundervolle Teig geschafft.

 

Das einzige was etwas länger dauert ist die Streifen aus dem Mürbeteig zu schneiden, die dann in einem Karo-Muster auf die Linzer Schnitten kommen. Da kann man auch sehr kreativ werden, wie ich es dieses Mal gemacht habe, die Streifen in verschiedenen Muster auszuschneiden. Einige Streifen sind dicker, andere dünner, manche sind gezackt, gröber oder feiner. Eine Idee wäre auch, eine Fläche aus dem Mürbeteig auszurollen und mit Ausstechformen Blumen oder Kreise auszustechen und dann diese 'Decke' über das Himbeerpüree zu legen. Dann würde ich mal sagen, ran an den Speck, eh ich meine natürlich an den Teig! 

Vielen Dank dass du meinen Artikel gelesen hast! Wenn du die Linzer Schnitten nachgebacken hast, freue ich mich riesig auf deine Rückmeldung, Kritik, Nachricht, Fotos etc.

 

zutaten

  • 250g Butter (zimmerwarm)
  • 250g Mehl
  • 250g gemahlene Nüsse 
  • 230g Zucker
  • 1 Pk Vanillezucker
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • optional 1 TL Zimt
  • 400g Himbeeren
  • 150ml Wasser
  • 40g Zucker
  • 30g Speisestärke
  • 1 Eigelb
  • 2 EL Milch

zubereitung

1. Für den super leckeren Mürbeteig die zimmerwarme Butter in Stückchen in eine Schüssel geben und dazu das Mehl, die gemahlenen Nüsse, Zucker, Vanillezucker, die Prise Salz, das Ei und wenn man möchte den Zimt zugeben. Mit einem Handrührgerät (Knethaken) das alles zu einem festen Teig verarbeiten und zu einer Kugel formen und ca. 20 Minuten im Kühlschrank kühlen. Der gekühlte Teig ist viel einfacher zu verarbeiten, da er nicht so schnell bricht, denn im zimmerwarmen Zustand ist er sehr brüchig.

 

2. In der Zwischenzeit kann das Himbeerpüree zubereitet werden. Dazu Himbeeren, egal ob gefroren oder frisch, mit dem Wasser in einen Standmixer, Foodprocessor oder mit dem Pürierstab mixen, dass es zu einem Smoothie wird. Ca. 5 Esslöffel von dem Himbeerpüree abnehmen und in eine Schüssel geben. Den Rest in einem Topf zum Kochen bringen. Das Himbeerpüree in der Schüssel mit den 40g Zucker und Speisestärke verrühren, mit Hilfe eines Schneebesens. Fängt das Püree an zu kochen die Himbeermischung hinzufügen und kochen lassen bis es dicklich wird, ständig rühren damit es nicht anbrennt. Danach den Topf schnell von der Kochstelle nehmen und in eine andere Schüssel geben damit es etwas abkühlt und nicht im heißen Topf anbrennt.


3. Jetzt kann der abgekühlte Teig bearbeitet werden. Eine rechteckige Form (20 x 30 cm), alternativ auch eine Tarteform, fetten und mit Mehl bestreuen, damit der Teig sich nach dem Backen einfacher löst. Für die rechteckige Form den Teig auf einem mit Backpapier belegten Backblech, das auch noch mit Mehl bestreut ist, ausrollen und die Springform als Ausstecher nehmen. Den Teig der außen geblieben ist zurück zum anderen Teig kneten. Jetzt ist schon einmal der Boden fertig. Von dem übrig gebliebenen Teig etwas mehr als die Hälfte mit den Händen in Röllchen rollen und an den Rand der Springform gleichmäßig drücken. Der Rand sollte nicht höher als 2 bis 3 cm sein. Der übriggebliebene Teig wird dünn ausgerollt und in Streifen geschnitten. Doch jetzt kommt erst einmal das Himbeerpüree auf den Mürbeteig, dabei muss man aufpassen dass beim Andrücken des Randes keine Lücken entstanden sind zwischen Boden und Rand, sonst fließt das Püree durch. Anschließend die Streifen im karierten Design auf die Torte legen.

 

4. Das Eigelb und die Milch miteinander verrühren und die Streifen damit bestreichen, somit bekommen sie beim Backen einen goldbraunen Glanz, der richtig knackig aussieht.

 

5. Bei 160°C Umluft im Backofen für ca. 25-30 Minuten backen, bis die Streifen und der Rand braun geworden sind. Abkühlen lassen, Springform entfernen und mit etwas Puderzucker bestreuen. Fertig ist das einfach und trotzdem unglaubliche Meisterstück.

 

photos taken by Laura Naemi Richert