Pie de limón


chilenische  Zitronentarte  mit  Baiserhaube

photos taken by Laura Naemi Richert

Immer wieder bin ich über das Talent meiner Schwester erstaunt! Gute Fotos lassen das Essen um Vielfaches besser, leckerer, schmackhafter und verführerischer aussehen als ein Handykamerabild. Die meisten Fotos hier auf meinem Blog hat meine Schwester Laura Naemi Richert geschossen. Einen großen Dank an sie!

 

'Pie de limón' ist einer der besten Kuchen die ich in Chile genießen durfte!

Eine kurze Worterklärung: 'Pie' gibt es in verschiedenen Nationen, in Amerika heißt es auch 'Pie' in Frankreich heißt es 'Tarte' etc. Hauptsächlich beschreibt es den knusprigen Knetteigboden. 'Limón' heißt Zitrone. Die Chilenen lieben Zitronen! Nicht nur in süßem Gebäck sondern auch als Salatdressing. In dem südamerikanischen Land ist es unüblich Öl und Essig als Dressing zu benutzen. Es wird eine halbe Zitrone mit der Gabel über dem Salat ausgedrückt und Salz darauf gestreut, fertig.

 

Das Rezept für diesen Pie de limón habe ich etwas für den deutschen Gaumen abgeändert. Bekanntlich mögen es die Südamerikaner sehr süß und für Deutsche ist es dann oft zu süß. Gemacht ist diese fruchtig süße Leckerei aus einem sehr knusprigen Knetteig, der komplett vorgebacken wird, da die Füllung oder der Baiser nicht gebacken werden. Der Baiser wird lediglich mit einem Bunsenbrenner ins Schwitzen gebracht. Beim Teig ist es wichtig, dass die Tarteform gut mit Butter befettet und Mehl ausgestreut wird. Jetzt kommt das Zitronige ins Spiel! In Chile wird Zitronensaft mit gezuckerter Kondensmilch

zusammengerührt, doch das ist seeeehr süß. Meine Variante beinhaltet eine Art Zitronenpudding der zusätzlich mit Zitronensaft und gezuckerter Kondensmilch verrührt wird. 

 

Die Zitronencreme ist sehr cremig, sie ist perfekt gesüßt, mit einer extra Portion Zitronenschalen kommt der zitronige Geschmack unglaublich gut durch. Als letztes folgt die Baiserhaube oder eher gesagt das italienische Merengue! Zum ersten Mal habe ich es ausprobiert und es erfordert Feingefühl. Denn es wird ein Zuckersirup gekocht der genau 115°C heiß sein muss um ihn in einem dünnen Strahl unter den Eischnee zu rühren. Nicht nur Feingefühl ist gefragt, sondern auch Geduld! Denn nur um den Zuckersirup langsam in den Eischnee zu rühren, brauchte ich fast zehn Minuten! 

 

Die ganze Prozedur lohnt sich bis zum letzten Bissen! Es ist einfach ein Erlebnis so eine Kombination aus Knusprigkeit, süß, sauer, frisch, cremig und luftig zu essen. Ich hoffe ich kann Dir helfen mit meinen folgenden Beschreibungen und Anleitungen. Über Fotos von Deinem Pie de limón würde ich mich riesig freuen! Du kannst es mir per Email, auf meiner Facebook-Seite: coucou - Torten, Kuchen oder auf instagram: coucoutorten senden oder teilen.


Zutaten (grosse portion)

  • 250g Mehl
  • 120g Zucker
  • 1 Pr Salz
  • 1/2 TL Backpulver
  • 120g Butter (zimmerwarm)
  • 2 Eigelb (zimmerwarm)
  • 1 TL Milch
  • Schale einer Zitrone
  • 400ml Milch
  • 40g Speisestärke
  • 1 EL Zucker
  • 1 Eigelb
  • Schalen von 2 Zitronen
  • 150ml Zitronensaft
  • 800ml gezuckerte Kondensmilch
  • 120g Eiweiß (3-4 Eier) (zimmerwarm)
  • 120ml Wasser
  • 225g Zucker

zubereitung

  1. In einer Schüssel das Mehl, die 120g Zucker, Salz, Backpulver, Butter, 2 Eigelb und den TL Milch mit dem Handrührgerät (Knethaken) oder mit einer sauberen Hand die Zutaten zu einem Knetteig verarbeiten. Den Teig für 20 Minuten kühl stellen. Der Backofen kann auf 160°C Umluft vorgeheizt werden. Die Tarteform mit Butter einfetten und ausgiebig mit Mehl ausstreuen, es ist wichtig damit sich der Knetteig nach dem Abkühlen gut löst. Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und in die Tarteform geben und mit einer Gabel Löcher in den Teig stechen. Ein Backpapier rund ausschneiden das größer als die Tarteform ist und auf den Knetteig legen und auf das Backpapier Blindbackbohnen oder andere Bohnen legen, die den Teig erschweren, dass er nicht hochgeht. Im Backofen ca. 20 Minuten backen bis der Rand goldbraun ist. Komplett auskühlen lassen und vorsichtig von der Form lösen.

2. In der Zwischenzeit kann schon der Zitronenpudding gekocht werden. Dazu die 350ml Milch in einem Topf zum Kochen bringen. Die restlichen 50ml Milch mit der Speisestärke, dem EL Zucker und dem Eigelb und die Zitronenschale zweier Zitronen vermengen. Kocht die Milch kann die Mischung unter ständigem Rühren hinzugefügt werden bis sie andickt und von der Kochstelle nehmen und abkühlen lassen. Aus ca. 5-6 Zitronen 150 ml Zitronensaft pressen und unter den Pudding rühren und die 800ml gezuckerte Kondensmilch ebenfalls. Die Zitronencreme nun auf den Knetteig verteilen und kühl stellen.

 

3. Das italienische Merengue erfordert richtiges Fingerspitzengefühl! 120ml Eiweiß (3-4 Eier) mit einem Handrührgerät (Quirle) schaumig schlagen bis es fast schnittfest geworden ist. In einem Topf 120ml Wasser mit 225g Zucker zum kochen bringen, es müssen eigentlich genau 115°C sein. Am besten kann es mit einem Thermometer gemessen werden, es gibt spezielle für die Küche die relativ genau sind. Den Zuckersirup dann in einem ultradrünnen Strahl beim Schlagen des Eischnees einrühren. Es kann wirklich 10 Minuten dauern, aber für das Resultat lohnt es sich. Nicht die Geduld verlieren! Den Eischnee etwas abkühlen lassen und in einen Spritzbeutel füllen und in Häufchen auf die Zitronencreme geben. Oder mit einem Löffel auf die Creme verteilen. 

 

 

4. Jetzt kommt der spaßigste Teil. Mit einem Bunsenbrenner oder Gasbrenner vorsichtig die italienische Merengue "anbrennen". Nicht wirklich, aber kurz braun werden lassen. Ist kein Gasbrenner im Haus kann der Ofen auf 220°C nur Oberhitze geheizt werden und für 5-10 Minuten in den Ofen geschoben werden. Fertig ist das chilenische Meisterstück.